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SEO-Audit: So prüfst du deine Website systematisch

Ein SEO-Audit ist die systematische Prüfung deiner Website darauf, was ihre Sichtbarkeit in der Google-Suche bremst. Am Ende steht keine Punktzahl, sondern eine priorisierte Befundliste mit konkreten Maßnahmen.

Hier findest du die acht Prüffelder in der richtigen Reihenfolge, ein Modell zum Priorisieren, den Aufbau des Audit-Berichts und eine SEO-Audit-Checkliste zum Abhaken.

Stand: 17.10.2026Lesezeit: ca. 15 Min.Mit Checkliste zum Abhaken

Was ein SEO-Audit ist – und was am Ende herauskommt

Bei einem SEO-Audit, auch Website-Audit genannt (englisch: SEO audit), gehst du deine Website geordnet durch und beantwortest drei Fragen. Kann Google die wichtigen Seiten finden und aufnehmen? Zeigen Title, Überschriften und Inhalte klar, worum es auf jeder Seite geht? Und passt jede Seite zu dem, was Suchende bei ihrer Suchanfrage erwarten?

Das Ergebnis ist eine Befundliste: Zu jedem Problem gehören Beleg, Ursache, Maßnahme und Priorität. Ein Audit ist deshalb mehr als der Export eines Tools. Crawler und Check-Tools liefern Rohdaten und Warnungen, die du erst einordnen, gewichten und mit Messwerten aus der Search Console abgleichen musst. Verbessert wird erst durch die Umsetzung, und auch dann gibt es keine Garantie für ein bestimmtes Ranking.

Ergebnis
Befundliste

mit Beleg, Maßnahme und Priorität

Prüffelder
8

in der Reihenfolge, in der sie aufeinander aufbauen

Priorisierung
3 Kriterien

Wirkung, Aufwand und Risiko

Checkliste
41 Punkte

zum Abhaken, nur in deinem Browser gespeichert

Wann ein SEO-Audit sinnvoll ist

Ein Audit lohnt sich, wenn du eine konkrete Frage an deine Website hast oder eine große Änderung ansteht. Typische Anlässe:

  • Vor und nach einem Relaunch oder Umzug. Vorher hältst du fest, welche URLs Rankings und Links haben. Google beschreibt für Umzüge mit neuen URLs eine feste Abfolge: alte und neue URLs zuordnen, dauerhaft weiterleiten (301 oder 308) und die Weiterleitungen möglichst lange behalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Nach dem Start prüfst du dieselben Punkte erneut.
  • Nach einem Rückgang bei Klicks oder Rankings. Google nennt als mögliche Ursachen technische Probleme, Sicherheitsprobleme, Spam-Verstöße, Updates, Saisonalität und Website-Umzüge. Ein Audit trennt sie, bevor du handelst. Was danach hilft, steht im Ratgeber Google-Ranking verbessern.
  • Bei einer übernommenen Website. Neues Team, neuer Kunde: Du brauchst eine Bestandsaufnahme, bevor du Zeit in Inhalte oder Links steckst.
  • Als Routine. Ein schlanker Check findet Fehler früh, etwa ein noindex, das nach einer Änderung an der Vorlage stehen geblieben ist. Als Faustregel, nicht als Vorgabe von Google: ein kurzer Check pro Quartal, ein vollständiges Audit einmal im Jahr oder bei größeren Änderungen.

Umfang: Einzelseite, Seitentyp oder ganze Website

Du musst nicht immer alles prüfen. Wähle den Umfang passend zur Frage.

Einzelseite

Wann sinnvoll: Eine wichtige Seite rankt schlecht, oder eine neue Seite geht bald online.

So gehst du vor: Prüffelder 1, 3 und 4 für diese URL. Für Feld 3 hilft der SEO Check, den Indexstatus zeigt das URL-Prüftool der Search Console.

Seitentyp

Wann sinnvoll: Shop, Blog oder Portal mit Vorlagen für Kategorien, Produkte oder Artikel.

So gehst du vor: Pro Vorlage zwei bis drei Beispielseiten prüfen. Ein Fehler in der Vorlage betrifft alle Seiten dieses Typs.

Ganze Website

Wann sinnvoll: Relaunch, Rückgang ohne klare Ursache, übernommene Website.

So gehst du vor: Alle acht Prüffelder, gestützt auf einen Crawl und die Search-Console-Daten.

Vorbereitung: Ziele, Seiten, Daten und Werkzeuge

Die Vorbereitung entscheidet, ob am Ende Maßnahmen stehen oder nur eine lange Liste. Kläre vor dem ersten Klick vier Dinge:

  1. Ziel. Welche Frage soll das Audit beantworten? Zum Beispiel: „Warum verliert der Ratgeberbereich seit dem Relaunch Klicks?“
  2. Wichtigste Seiten und Keywords. Liste die Seiten, die Umsatz, Anfragen oder Reichweite bringen, jeweils mit einer Haupt-Suchanfrage. Diese prüfst du gründlicher als den Rest. Der Leistungsbericht der Search Console zeigt, welche Seiten heute Klicks bekommen.
  3. Datenzugang. Du brauchst die Search Console (so richtest du sie ein), wenn möglich Webanalyse-Daten, CMS-Zugriff und jemanden, der Vorlagen, robots.txt und Weiterleitungen ändern darf.
  4. Ausgangswerte. Exportiere die Leistungsdaten (die Search Console zeigt laut Google die letzten 16 Monate) und notiere die Positionen deiner wichtigsten Suchanfragen. Nur mit einem Vorher-Stand zeigst du später, ob Maßnahmen gewirkt haben.

Werkzeuge für ein kostenloses SEO-Audit

  • Google Search Console: Googles eigene Sicht auf deine Website mit Indexierung, Leistung, Core Web Vitals, Links und manuellen Maßnahmen. Google empfiehlt sie ausdrücklich als Datenquelle aus erster Hand.
  • URL-Prüftool (in der Search Console): zeigt für eine URL den Indexstatus und die von Google gewählte kanonische URL, und zwar nach dem Stand des letzten Crawls. Der Live-Test liefert die gerenderte Seite.
  • PageSpeed Insights: Felddaten echter Nutzer (Chrome User Experience Report) und Labordaten von Lighthouse.
  • Ein Crawler: Der Screaming Frog SEO Spider crawlt kostenlos laut Hersteller bis zu 500 URLs pro Crawl. Ahrefs Free (früher Webmaster Tools) bietet für eigene, verifizierte Websites ein Site Audit mit 5.000 Crawl-Credits pro Monat und Projekt.
  • Unser SEO Check: prüft Onpage-Faktoren einer einzelnen URL, kostenlos und ohne Anmeldung.

Welche kostenlosen Tools was können und wo ihre Grenzen liegen, vergleicht die Seite Kostenlose SEO-Tools im Vergleich. Hersteller können Limits jederzeit ändern, prüfe sie vor dem Start.

SEO-Audit durchführen: die acht Prüffelder in der richtigen Reihenfolge

Die Reihenfolge folgt den Abhängigkeiten. Was Google nicht aufnehmen kann, kann nicht ranken, und technische Fehler können spätere Prüfungen verfälschen. Arbeite deshalb von der Basis nach oben: erst Indexierung und Technik, dann Seiten und Inhalte, dann Struktur und Umfeld, zuletzt die Messung. Prüfe wo möglich pro Seitentyp statt pro URL.

1. Indexierung und Crawling

Hier klärst du, ob Google deine wichtigen Seiten findet und aufnimmt. Ohne Indexierung hilft keine spätere Optimierung.

Das prüfst du
  • Index: Stehen die wichtigen Seiten im Index?
  • robots.txt: Sperrt sie wichtige Bereiche? Sie steuert das Crawling, nicht die Indexierung: Eine gesperrte URL kann trotzdem in den Ergebnissen erscheinen.
  • noindex: Tragen wichtige Seiten ein noindex (Meta-Tag oder HTTP-Header)? Es wirkt nur, wenn die Seite nicht per robots.txt gesperrt ist, sonst sieht der Crawler es nie.
  • Domainvarianten und Canonical: Sind http und https, mit und ohne www auf eine Version umgeleitet, und stimmen die Canonical-Angaben? Canonical ist für Google ein Signal, keine Anweisung.
  • XML-Sitemap: Enthält sie nur Seiten, die indexiert werden sollen? Sie hilft beim Finden, garantiert aber keine Indexierung.
So prüfst du

Der Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console nennt Gründe, warum URLs nicht im Index stehen, etwa „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“, „URL als ‚noindex‘ markiert“ oder „Seite mit Weiterleitung“. Einzelne URLs prüfst du mit dem URL-Prüftool, die robots.txt unter deiner Domain (/robots.txt). Ein Crawler zeigt, welche Seiten er findet. Vergleiche das mit Sitemap und Index.

Das Crawl-Budget ist bei den meisten Websites kein Thema: Googles Leitfaden richtet sich grob an Websites ab einer Million Seiten mit wöchentlichen oder ab 10.000 Seiten mit täglichen Änderungen.

Typische Befunde
noindex aus der Testumgebung auf die Live-Seite übernommen, robots.txt sperrt ein ganzes Verzeichnis, Sitemap listet Weiterleitungen und Fehlerseiten, mehrere Domainvarianten liefern Inhalt aus, viele Parameter-URLs im Index. Bei „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ schaust du in Feld 4 auf Inhalt und Duplikate.

2. Technik und Seitenerlebnis

Jetzt prüfst du, ob die Seiten zuverlässig, schnell genug und auch auf dem Smartphone vollständig ausgeliefert werden.

Das prüfst du
  • HTTPS: durchgehend, gültiges Zertifikat, keine Mischinhalte.
  • Statuscodes: Fehlerseiten liefern 404 oder 410, dauerhafte Umzüge laufen per 301 oder 308 direkt zum Ziel, ohne lange Ketten.
  • Core Web Vitals: Google nennt als Ziel einen LCP innerhalb von 2,5 s, einen INP unter 200 ms und einen CLS unter 0,1.
  • Mobile Version: Google nutzt sie für Indexierung und Ranking. Inhalte, Links, Title und strukturierte Daten müssen dort vollständig sein.
  • Rendering: Erscheinen Inhalte und Links erst per JavaScript, prüfe die gerenderte Seite.
  • Strukturierte Daten: valide und passend zum sichtbaren Inhalt. Rich Results sind damit nicht garantiert.
  • Sicherheit: Die Berichte zu Sicherheitsproblemen und manuellen Maßnahmen sind leer.
So prüfst du

Die Core Web Vitals findest du im gleichnamigen Bericht der Search Console und in PageSpeed Insights: Felddaten stammen von echten Nutzern, Labordaten helfen bei der Fehlersuche. Das URL-Prüftool zeigt die gerenderte Seite, die Crawling-Statistik zeigt Serverfehler und Antwortzeiten (vor allem bei großen Websites). Statuscodes findest du in einem Crawl oder in den Entwicklerwerkzeugen. Unser SEO Check misst keine Ladezeit.

Typische Befunde
Riesige Bilder als größtes sichtbares Element, Layoutsprünge durch nachladende Banner, Weiterleitungsketten aus früheren Relaunches, Fehlerseiten mit Statuscode 200 (in der Search Console „Soft 404-Fehler“), eine mobile Version ohne Inhalte der Desktop-Seite.

3. Onpage: Title, Description und Überschriften

Jetzt geht es um die einzelne Seite: Sagen Title, Description und Überschriften klar, worum es geht?

Das prüfst du
  • Title: Jede Seite hat einen eigenen Text, der den Inhalt beschreibt, wichtige Begriffe vorn. Google nennt keine feste Zeichengrenze und kürzt nach verfügbarer Breite; als Faustregel bleibst du unter etwa 60 Zeichen. Trifft der Title den Inhalt schlecht, kann Google ihn umschreiben.
  • Description: seitenspezifisch statt überall gleich. Google übernimmt sie ins Snippet, wenn sie die Seite besser beschreibt als der Seitentext, sonst stammt das Snippet meist aus dem Seiteninhalt. Den Keywords-Meta-Tag wertet Google nicht aus.
  • Überschriften: eine klare H1, darunter eine logische Gliederung. Eine ideale Anzahl oder feste Reihenfolge nennt Google nicht.
  • Bilder: beschreibende Alt-Texte, vernünftige Dateigrößen, lesbare URLs.
So prüfst du

Für eine einzelne URL liest der SEO Check Title, Description, Überschriften, Indexierbarkeit, Links und Bilder aus dem HTML aus. Für viele Seiten exportierst du die Elemente aus einem Crawler und suchst nach leeren und doppelten Werten. Wie Title und Snippet in der Suche aussehen, zeigt der SERP Checker, sofern die Seite unter den geprüften Ergebnissen steht.

Typische Befunde
Fehlende oder doppelte Titles (vor allem bei Vorlagen), Titles nur aus dem Markennamen, leere oder überall identische Descriptions, mehrere Seiten mit derselben H1, Bilder ohne Alt-Text.

4. Inhalte und Suchintention

Eine Seite kann technisch einwandfrei sein und trotzdem nicht ranken, weil sie nicht zur Suchanfrage passt.

Das prüfst du
  • Suchintention: Was wollen Suchende bei der Haupt-Suchanfrage? Sieh dir die aktuellen Top 10 an: Welche Seitentypen ranken (Ratgeber, Kategorie, Produkt, Tool, Vergleich), und welche Teilfragen beantworten sie? Passt dein Seitentyp nicht, hilft kein Onpage-Feinschliff.
  • Mehrwert: Bietet die Seite im Vergleich zu den übrigen Ergebnissen etwas Eigenes, etwa Erfahrung, Belege oder Tiefe? Diese Frage stellt auch Google in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten.
  • Antwort: Steht sie früh und klar da oder erst nach langer Einleitung?
  • Kannibalisierung: Konkurrieren mehrere eigene Seiten um dieselbe Suchanfrage?
  • Aktualität: veraltete Angaben, Herstellertexte, dünne oder doppelte Inhalte. Als Warnzeichen nennt Google, Datumsangaben zu ändern, obwohl sich der Inhalt kaum geändert hat.
So prüfst du

Die Top 10 siehst du im SERP Checker. Kannibalisierung zeigt der Leistungsbericht der Search Console: Filtere auf eine Suchanfrage und öffne den Tab „Seiten“. Wechseln sich mehrere URLs ab, konkurrieren sie. Die inhaltliche Bewertung bleibt Handarbeit: Lies die Seite wie ein Suchender.

Typische Befunde
Falscher Seitentyp für die Suchanfrage, zwei Ratgeber zum selben Thema, Produktseiten mit Herstellertext, veraltete Angaben, die Antwort steht erst weit unten.

5. Struktur und interne Links

Google findet Seiten laut eigener Aussage vor allem über Links von Seiten, die es schon kennt. Interne Links entscheiden deshalb mit, was gefunden wird.

Das prüfst du
  • Erreichbarkeit: Sind die wichtigen Seiten von der Startseite in wenigen Klicks erreichbar und von thematisch passenden Seiten verlinkt?
  • Verwaiste Seiten: Gibt es Seiten ohne einen einzigen internen Link?
  • Linkformat: Google folgt Links zuverlässig nur als <a>-Element mit href. Menüs, die nur per JavaScript-Klick funktionieren, sind ein Risiko.
  • Ankertexte: beschreibend und kurz statt „hier klicken“.
  • Ziele: keine internen Links auf Fehlerseiten oder Weiterleitungen.
So prüfst du

Ein Crawler zeigt Klicktiefe, eingehende interne Links und defekte Links. In der Search Console nennt der Bericht „Links“ die intern am häufigsten verlinkten Seiten. Taucht eine wichtige Seite dort kaum auf, ist sie intern schwach angebunden.

Typische Befunde
Wichtige Seiten stehen nur in der Sitemap, Links existieren nur im Footer oder per Skript, viele interne Links zeigen auf Weiterleitungen, Ankertexte sind generisch.

6. Externe Signale

Hier schaust du, wer auf deine Website verweist. Im Audit ist das eine Diagnose. Neue Links aufzubauen ist ein eigenes Projekt.

Das prüfst du
  • Umfang: Wie viele verschiedene Websites verlinken auf dich, und passen sie thematisch?
  • Verteilung: Welche Seiten bekommen die meisten Links, und welche wichtigen Seiten bekommen keine?
  • Verlorene Links: Zeigen eingehende Links auf gelöschte oder umgezogene URLs? Dann lohnt sich eine Weiterleitung auf die Nachfolgerseite.
  • Auffälligkeiten: Gibt es Muster wie immer gleiche Keyword-Ankertexte oder gekaufte Links?
So prüfst du

Der Bericht „Links“ der Search Console zeigt kostenlos „Meistverlinkte Seiten“, „Top-verweisende Websites“ und „Top-verweisender Text“, als Auswahl und mit höchstens 1.000 Zeilen je Tabelle. Eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links meldet Google unter „Manuelle Maßnahmen“.

Links entwerten musst du laut Google nur, wenn viele künstliche oder minderwertige Links eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder auslösen werden. Wettbewerbsvergleiche brauchen meist ein kostenpflichtiges Tool. Unser SEO Check prüft keine Backlinks.

Typische Befunde
Wenige verweisende Websites für wichtige Seiten, starke Links auf Seiten, die heute einen Fehler liefern, einseitige Ankertexte.

7. Lokal und International

Dieses Feld brauchst du nur, wenn du einen Standort bedienst oder mehrere Länder und Sprachen. Sonst überspringst du es.

Das prüfst du
  • Lokal: Google nennt Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als Grundlage lokaler Ergebnisse. Ist dein Unternehmensprofil vollständig (Adresse, Öffnungszeiten, Kategorie), und lauten Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich?
  • International: Bei hreflang verweist jede Sprachversion auf sich selbst und auf alle anderen. Fehlen Rückverweise, ignoriert Google die Angaben. Gültig sind nur Sprachcodes nach ISO 639-1 und Ländercodes nach ISO 3166-1 Alpha 2, mit vollständigen URLs.
So prüfst du

Das Unternehmensprofil prüfst du in deinem Google-Konto für Unternehmen, hreflang-Angaben im Quelltext oder mit einem Crawler.

Typische Befunde
Fehlende Rückverweise, ungültige Codes, relative statt vollständiger URLs.

8. Messung und Tracking

Zuletzt prüfst du, ob du später überhaupt siehst, ob Änderungen wirken.

Das prüfst du
  • Search Console: richtige Property, Sitemap eingereicht, Zugriff für alle Beteiligten.
  • Ausgangswerte: Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position sind gesichert. Die Position ist ein Durchschnittswert, ein Rank Tracker misst dagegen eine definierte Abfrage zu einem Zeitpunkt. Beides ergänzt sich.
  • Webanalyse: Werden organische Besuche und Ziele wie Anfragen oder Käufe erfasst? Doppelte oder fehlende Tags und Einwilligungsbanner, die alles blockieren, verursachen Datenlücken.
  • Änderungsprotokoll: Datum und Inhalt jeder Umsetzung. Ohne es trennst du Ursache und Wirkung nicht.
  • Kontrolltermin: Google nennt für Änderungen Zeiträume von wenigen Stunden bis zu mehreren Monaten und rät bei größeren Änderungen, einige Wochen zu warten, bevor du auswertest.
So prüfst du

Einzelne Positionen prüfst du mit dem Google Ranking Check, den Verlauf siehst du im Rank Tracker. Der Messzeitpunkt steht bei jedem Ergebnis. Wie die Tools messen und wo ihre Grenzen liegen, erklärt die Methodik. Ob KI-Antworten deine Marke nennen, ist ein eigenes Messfeld: KI-Sichtbarkeit messen.

Typische Befunde
Search Console nur für eine Domainvariante eingerichtet, kein Tracking der organischen Ziele, keine Vorher-Werte.

Befunde priorisieren: Wirkung × Aufwand × Risiko

Nach der Prüfung hast du mehr Befunde, als du sofort beheben kannst. Sortiere sie nach drei Kriterien. Das ist ein Arbeitsmodell von uns, keine Vorgabe von Google.

  • Wirkung: Wie viele wichtige Seiten und Suchanfragen betrifft der Befund, und wie stark bremst er? Ein Fehler, der die Indexierung verhindert, wiegt mehr als ein Schönheitsfehler.
  • Aufwand: Was kostet die Behebung an Zeit, Abstimmung und Entwicklung? Ein Title im CMS ist schnell geändert, ein Umbau der Vorlage braucht ein Team.
  • Risiko: Was kann beim Umsetzen schiefgehen? Weiterleitungen, robots.txt sowie Canonical- und noindex-Regeln wirken auf viele Seiten gleichzeitig und brauchen Test, Sicherung und Kontrolle.

Daraus ergibt sich die Reihenfolge: Erst alles, was die Indexierung wichtiger Seiten blockiert, dann hohe Wirkung bei geringem Aufwand. Hoher Aufwand ohne klare Wirkung kommt zuletzt oder gar nicht. Hohes Risiko schiebt einen Befund nicht nach hinten, es verlangt einen Plan.

Beispiele für die Einordnung von Befunden
BefundWirkungAufwandRisikoPriorität
Wichtige Seiten tragen ein versehentliches noindexhochniedrigniedrig1 – sofort
robots.txt sperrt ein Verzeichnis mit wichtigen Seitenhochniedrigmittel1 – sofort, nach Prüfung
Startseite ist unter mehreren Domainvarianten erreichbarmittelniedrigmittel2 – zeitnah
Doppelte Titles durch eine Vorlage bei vielen Produktseitenmittelniedrigniedrig2 – zeitnah
Schlechte Core Web Vitals bei der Produktvorlagemittelhochmittel3 – einplanen
Alt-Texte fehlen im Blogniedrigniedrigniedrig4 – nebenbei
Komplette Umstellung der URL-Struktur ohne konkreten Anlassunklarhochhochnicht angehen
Die Beispiele zeigen das Prinzip. Wie du einen Befund einordnest, hängt von deiner Website ab.

Gewichte Tool-Warnungen nach ihrer Wirkung auf deine wichtigen Seiten, nicht nach dem Schweregrad im Tool.

Audit-Bericht: So dokumentierst du die Befunde

Ein Audit-Bericht ist eine Tabelle, kein Prachtdokument: eine Zeile pro Befund, immer dieselben sieben Spalten. So arbeiten Redaktion, Entwicklung und Geschäftsführung die Maßnahmen ab, und du kannst später prüfen, was gewirkt hat.

Zu jeder Spalte steht ein Beispiel. Es ist zur Veranschaulichung gewählt und beschreibt keinen realen Fall.

Befund

Ein Satz: Was stimmt nicht, und wo?

Beispiel: Alle Artikel unter /ratgeber/ tragen ein noindex.

Beleg

Wo ist das sichtbar? Bericht, Datum, Beispiel-URLs, Screenshot.

Beispiel: Bericht zur Seitenindexierung mit Datum und Status „URL als ‚noindex‘ markiert“, dazu der Quelltext von zwei Beispiel-URLs.

Ursache

Gesichert oder vermutet? Beides kennzeichnen.

Beispiel: Gesichert: Die Artikelvorlage enthält das noindex der Testumgebung.

Maßnahme

Eine konkrete Handlung, nicht „Indexierung verbessern“.

Beispiel: noindex aus der Vorlage entfernen, Stichprobe im URL-Prüftool.

Priorität

Stufe mit Wirkung, Aufwand und Risiko.

Beispiel: 1 – sofort (Wirkung hoch, Aufwand niedrig, Risiko niedrig).

Verantwortlich

Name oder Rolle, dazu ein Termin.

Beispiel: Entwicklung, bis Ende der Woche.

Kontrolle

Woran erkennst du den Erfolg, und wann prüfst du?

Beispiel: Nach einigen Wochen: Stehen die Artikel im Bericht zur Seitenindexierung als indexiert?

Beginne den Bericht mit einer Zusammenfassung der fünf wichtigsten Befunde und kennzeichne Vermutungen als Vermutungen. Stütze Maßnahmen auf Googles Dokumentation oder kennzeichne sie als Einschätzung. Das rät Google auch für SEO-Empfehlungen.

SEO-Audit-Checkliste zum Abhaken

Die Checkliste fasst den Ablauf in Prüfpunkten zusammen. Deine Haken speichert nur dein Browser (localStorage), an uns wird nichts übertragen. Blockiert dein Browser den Speicher, gelten die Haken, bis du die Seite schließt. Mit „Offene Punkte kopieren“ übernimmst du den Rest in deinen Bericht oder dein Ticket-System.

0 von 41 Punkten erledigt

0 %

Vorbereitung

0/3Zum Abschnitt

Indexierung und Crawling

0/6Zum Abschnitt

Technik und Seitenerlebnis

0/7Zum Abschnitt

Onpage

0/4Zum Abschnitt

Inhalte und Suchintention

0/5Zum Abschnitt

Struktur und interne Links

0/4Zum Abschnitt

Externe Signale

0/3Zum Abschnitt

Lokal und International (falls relevant)

0/2Zum Abschnitt

Messung und Tracking

0/4Zum Abschnitt

Priorisierung und Bericht

0/3Zum Abschnitt

SEO-Audit selber machen oder beauftragen?

Ein Audit für eine kleine bis mittlere Website schaffst du selbst, wenn du die Berichte der Search Console lesen kannst und Änderungen im CMS selbst vornimmst. Den Fahrplan für die Umsetzung findest du im Ratgeber SEO selber machen.

Hilfe von außen lohnt sich vor allem bei einer Migration mit vielen URL-Änderungen, bei stark JavaScript-basierten Websites, bei einem Rückgang ohne erkennbare Ursache, bei einer manuellen Maßnahme oder wenn niemand die Befunde umsetzen kann.

Frage bei einem Angebot nach Umfang, Seitentypen und Lieferumfang. Du solltest Belege, Ursachen und priorisierte Maßnahmen bekommen, nicht nur einen Tool-Export, und laut Google realistische Einschätzungen zu möglicher Verbesserung und Aufwand. Frage auch, welche Ergebnisse in welchem Zeitraum zu erwarten sind und woran der Erfolg gemessen wird. Gib zunächst nur Lesezugriff auf die Search Console. Niemand kann Platz 1 garantieren, und du bleibst verantwortlich für das, was beauftragte Firmen auf deiner Website tun. So steht es in Googles Hinweisen zur Auswahl eines SEO-Dienstleisters.

Häufige Fragen

Wie führe ich ein SEO-Audit für meine Website kostenlos durch?

Richte die Search Console ein, lege Ziele und wichtigste Seiten fest und arbeite die acht Prüffelder der Reihe nach ab. Kostenlos geht das mit der Search Console, dem URL-Prüftool, PageSpeed Insights, einem Crawler in der kostenlosen Version und dem SEO Check für einzelne Seiten. Sortiere die Befunde nach Wirkung, Aufwand und Risiko.

Wie oft sollte ich ein SEO-Audit durchführen?

Eine feste Vorgabe von Google gibt es nicht. Als Faustregel gilt: ein vollständiges Audit bei Anlässen wie Relaunch, Umzug oder unerklärtem Rückgang, dazu etwa einmal im Quartal ein schlanker Check der wichtigsten Seiten und Search-Console-Berichte. Ändert sich deine Website häufig, lohnt ein kürzerer Rhythmus.

Wie lange dauert ein SEO-Audit?

Das hängt von Größe, Zahl der Seitentypen und Datenzugang ab. Bei einer kleinen Website schaffst du die Analyse in einem oder wenigen Arbeitstagen, bei großen Shops dauert sie deutlich länger. Das ist eine grobe Planungsgröße, kein Messwert.

Mehr Zeit als die Analyse kostet meist die Umsetzung. Bis Änderungen in Google sichtbar werden, vergehen laut Google je nach Änderung wenige Stunden bis mehrere Monate.

Was ist der Unterschied zwischen SEO-Audit und SEO-Check?

Ein SEO-Check ist eine schnelle Momentaufnahme, meist einer einzelnen Seite: Title, Description, Überschriften, Indexierbarkeit, Links. Ein SEO-Audit deckt mehrere Prüffelder und die ganze Website oder die wichtigsten Seitentypen ab, belegt Ursachen, priorisiert und endet in einem Maßnahmenplan. Der SEO Check auf rank-tracking.de ist ein Startpunkt für Prüffeld 3, kein Ersatz für ein Audit.

Was kostet ein SEO-Audit?

Selbst durchgeführt kostet ein Audit vor allem Zeit, denn die wichtigsten Werkzeuge sind kostenlos. Bei externer Beauftragung hängt der Preis von Umfang, Seitenzahl und Lieferumfang ab. Eine einheitliche Preisliste gibt es nicht, deshalb nennen wir keine Richtwerte.

Sagt ein hoher Audit-Score etwas über mein Ranking aus?

Nicht direkt. Der Score eines Tools folgt den Regeln und der Gewichtung des Anbieters. Google bewertet Drittanbieter-Tools nicht, und diese haben keinen Zugriff auf Googles interne Ranking-Daten. Ein hoher Score heißt nur, dass die geprüften Regeln erfüllt sind, nicht dass deine Seiten die Suchintention treffen oder gut ranken. Bewerte Befunde nach ihrer Wirkung auf deine wichtigen Seiten.

Stand: 17. Oktober 2026. Aussagen zu Googles Verhalten stützen sich auf die verlinkten Google-Dokumente, Angaben zu Tools auf die Herstellerseiten. Faustregeln, das Priorisierungsmodell und die Berichtsvorlage sind Arbeitsmodelle von rank-tracking.de und als solche gekennzeichnet. Limits und Funktionen von Tools können sich ändern.

Quellen ansehen (30)